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Vorzeitiger Samenerguss
Ich habe ein Problem, das mich seit 3 Jahren sehr belastet.
Ich habe meist meinen Höhepunkt schon, bevor ich in meine
Partnerin gelange. Auch für sie ist das sehr enttäuschend.
Vor allem, weil ich dieses Problem früher mit anderen
Partnerinnen nicht kenne. Welche Möglichkeit der Hilfe
gibt es für mich? Wir stehen kurz vor der Trennung.
Michael, 31 Jahre
Lieber Michael,
Ein vorzeitiger Samenerguss ist für die betroffenen Männer
immer eine Belastung, weil ein normaler Geschlechtsverkehr
damit fast unmöglich ist. Die Gründe dafür
sind so vielschichtig wie die Männer und ihre Erfahrungen
selbst. Aber sie sind in aller Regel psychischer Natur. Dabei
ist zu bedenken, dass jede neue Erfahrung damit den Druck
weiter verstärkt, also ein Kreislauf entsteht, aus dem
Sie und Ihre Partnerin nur schwer entkommen können. Dafür
verantwortlich sind unbewusste Ängste, die unsere Fähigkeit,
sexuelle Empfindungen und Gefühle zu kontrollieren
(oder uns völlig zu entspannen...), beeinträchtigen.
Oft verliert sich dies bei einem Partnerwechsel (zu dem ich
Ihnen natürlich nicht raten möchte !) oder dann,
wenn Sie sich mit Ihrer Partnerin entlastende sexuelle Situationen
schaffen können. Aber in manchen Fällen ist eine
professionelle Hilfe sinnvoll oder gar notwendig. Vor allem
erprobte Paar-Therapie-Modelle versprechen nahezu sicheren
Erfolg. In diesem Fall wenden Sie sich erneut an mich oder
eine sexualtherapeutische Ambulanz oder einen sexualtherapeutisch
erfahrenen Arzt oder Psychologen in Ihrer Nähe.
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Lustlosigkeit
Ich bin seit 15 Jahren verheiratet und wir haben 2 Kinder,
12 und 10. Eigentlich war unsere Sexualität immer ganz
zufriedenstellend für beide, aber seit etwa 3 Jahren
kommen wir kaum noch zusammen. Oft stören die Kinder
abends oder ich bin von der Schichtarbeit sehr müde.
Meine Frau beklagt meine Lustlosigkeit immer häufiger.
Wenn wir miteinander Sex haben, ist es allerdings immer schön.
Aber das kommt nur noch alle paar Wochen vor. Ich habe Angst,
dass es noch weniger wird und sich meine Frau von mir nicht
mehr befriedigt fühlt oder sich ihre Bedürfnisse
anderweitig erfüllt. Gibt es eine Möglichkeit oder
ein Medikament, das die sexuelle Lust wieder entfachen kann?
Jörn, 42
Lieber Jörn,
es ist leider ein menschlicher Irrtum, anzunehmen, dass sexuelles
Verlangen über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg bei jedem
unverändert bleibt. In den meisten Partnerschaften wird
das sexuelle Begehren im Laufe der Jahre immer weniger. Obwohl
es hier durchaus viele Ausnahmen gibt. Dabei sollte bedacht
werden, dass sexuelle Anziehung natürlicherweise am Anfang
einer Beziehung immer größer ist als dann, wenn
man sich sozusagen auswändig kennt. Insofern ist es eher
die Regel, wenn Paare im Verlaufe ihrer gemeinsamen Jahre
immer seltener Sex haben. Schwieriger wird es jedoch, wenn
nur einer der beiden Partner in diesem Falle Sie
weniger sexuelle Lust entwickelt und der andere dann zu
kurz kommt. Dies kann zu großen partnerschaftlichen
Belastungen und Konflikten führen, welche die Partner
selbst nicht immer alleine zu lösen vermögen. In
diesem Falle ist eine Beratung in einer Ehe- und Lebensberatungsstelle,
einer Psychologischen Praxis oder einer paartherapeutischen
Einrichtung sinnvoll. In manchen Fällen gelingt es durchaus,
neue Wege der gegenseitigen Lustgewinnung zu entwickeln und
damit die sexuelle Anziehung wieder zu steigern. In anderen
Fällen vermag eine Beratung zumindest dazu zu führen,
dass die psychischen Konflikte und Spannungen nicht weiter
zunehmen oder sogar geringer werden.
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Scheidenkrampf
Ich bin 28 Jahre alt und habe zum ersten Mal einen festen
Partner, mit dem ich auch Sex habe. Mein Problem ist nun,
dass ich jedes Mal, wenn er seinen Penis in mich einführen
möchte, Schmerzen dabei habe, weil ich zu eng gebaut
bin. Dann spüre ich den Schmerz noch mehr und inzwischen
habe ich Angst, dass er es wieder versuchen will, obwohl er
sehr vorsichtig ist. Ich muss dazu sagen, dass ich vorher
noch nie mehr als Petting gemacht habe. Tampons lassen sich
aber ohne Schmerzen einführen. Was kann ich tun? Ich
möchte meinen Freund nicht deswegen verlieren.
Antje, 28
Liebe Antje,
ich kann Ihre Sorge durchaus verstehen. Für viele Paare
ist der Geschlechtsverkehr, also das Einführen des Penis,
das Wichtigste an der Sexualität. Dass nun genau dieses
bei Ihnen Schmerzen bereitet, macht dementsprechend große
Angst, den Partner nicht zufrieden stellen zu können.
Nun weiß ich nicht, ob Sie deswegen schon einmal eine
Frauenärztin um Rat gefragt haben. Dieser müsste
das allerdings bei den üblichen Routineuntersuchungen
bemerkt haben. Falls Sie noch keine gynäkologische Untersuchung
gemacht haben, sollten Sie dies tun und ihre Sorge offen ansprechen.
Sollte jedoch kein ärztlicher Befund und es somit keine
körperliche Erklärung dafür geben,
so ist anzunehmen, dass psychische Ursachen dafür verantwortlich
sind. In diesem Falle ist es unerlässlich, dass Sie jeden
drängenden und auch nur ansatzweise unangenehmen
Versuch des Einführens unterlassen. Das behutsame Einführen
eines Fingers mag Ihnen dabei mehr Sicherheit geben und zu
einer Lösung Ihres Problems führen (aber tun Sie
dies bitte nur, wenn Ihnen dies ohne Einschränkung angenehm
ist). Aber vermutlich wird auch dies nicht den gewünschten
Erfolg bringen. In diesem Falle sollten Sie sich an eine sexualmedizinische
oder sexualtherapeutische Einrichtung oder eine/n entsprechend
qualifizierten Arzt/Ärztin oder eine/n Psychotherapeuten/in
wenden. Es gibt vielversprechende therapeutische Verfahren,
um diese Verkrampfung nachhaltig aufzulösen und Ihnen
eine befriedigende schmerzfreie Sexualität zu ermöglichen.
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Erektionsstörung
Ich bin 46 Jahre alt und habe seit einigen Monaten große
Schwierigkeiten mit meiner Gliedversteifung. Am Anfang kam
das nur selten vor, aber von mal zu mal nimmt es zu, so dass
ich jetzt kaum noch in der Lage, den Verkehr auszuüben.
Meine Frau hat Verständnis dafür, aber glücklich
ist sie darüber nicht. Wir hatten bis vor kurzer Zeit
regelmäßig und auch ziemlich häufig Sex.
Walter, 46
Lieber Walter,
was du schilderst, ist für Männer nicht ungewöhnlich.
Vor allem in Ihrem Alter, wenn möglicherweise die Kinder
aus dem Haus sind oder andere Veränderungen
anstehen, reagieren viele Männer mit Störungen ihrer
Erektionsfähigkeit. Genauso selbstverständlich ist
aber auch, dass mit jedem neuen Versuch und jedem aufs Neue
erlebten Scheitern die Angst zunimmt, dass die Erektionsfähigkeit
noch weiter abnehmen oder ganz zum Erliegen kommen könnte.
Angst ist ebenso wie psychische Verunsicherungen im allgemeinen
immer ein Lustkiller. Aber lassen Sie mich eines ganz deutlich
sagen: Unsere Erektionsfähigkeit ist ein sehr sensibles
Pflänzchen. Und Störungen des Gefühlslebens
oder der Sexualität wirken sich immer auf unsere sexuellen
Reaktionen aus. Also sind streng genommen Erektionsprobleme
in den meisten Fällen eine durchaus ange-messene
körperliche Reaktion auf seelische Konflikte wie z.B.
eine Bedrohung unserer Männlichkeit
Dennoch müssen sie sich nicht mit ihrem derzeitigen Problem
abfinden. Auch körperliche Ursachen sind nicht ausgeschlossen.
Sie sollten also im Zweifelsfall einen Urologen oder Andrologen
auf-suchen und unter anderem ihren Hormonspiegel überprüfen
lassen und andere Untersuchungen nutzen. Spreche Sie Ihr Problem
möglichst offen an. Falls es keine Hinweise auf eine
körperliche Ursache gibt (wovon in der Regel auszugehen
ist, z.B. wenn bei der Selbstbefriedigung eine normale Erektion
auftritt), dann gibt es Hilfe bei den dafür sexualtherapeutisch
und sexualmedizinisch aus-gebildeten Fachärzten und Psychologen.
Diese finden Sie in den sexualmedizinischen Ambulanzen größerer
Kliniken oder in Beratungsstellen, die sich mit Partnerschafts-
oder Sexualproblemen befassen. Andernfalls wenden Sie sich
bitte erneut an mich.
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