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Opfer sexueller Gewalt sind Frauen, Männer, Jungen und
Mädchen jeglichen Alters.
Gemeinsam ist ihnen, dass ihre Freiwilligkeit und Selbstbestimmung,
ob, mit wem und welche sexuellen Kontakte sie haben wollen,
verletzt wurde: sexuelle Belästigung, sexuelle Nötigung,
Vergewaltigung, sexueller Kindesmissbrauch, Exhibitionismus
(das Zur-Schau-Stellen des entblößten Penis), Voyeurismus
(das Eindringen in die sexuelle Intimsphäre anderer durch
heimliches
und unerlaubtes Beobachten), Herstellung und Verbreitung von
pornografischen Medien mit verbotenen Bildern (u.a. im Internet)
sind die häufigsten Delikte. Die Opfer werden überredet,
überwunden, genötigt, gezwungen, gefoltert, gedemütigt,
bedroht, gemobbt, bestochen, gekauft und körperlich sowie
seelisch tief verletzt.
Die Folgen sind Scham- und Ekelgefühle, (Todes-)Angst,
Irritation bei der weiteren sexuellen Entwicklung, Alpträume,
Ablehnung jeglicher sexuelle Kontakte, übermäßig
sexualisiertes Verhalten, um das Geschehene ungeschehen
zu machen und Beziehungsängste.
Bei erheblichen seelischen Verletzungen (Traumatisierungen)
ist
eine psychologische oder psychotherapeutische Behandlung angezeigt,
um die Beschädigung der Seele und der Person
nach Möglichkeit vollständig zu heilen.
Die Täter sexueller Gewalt sind in den meisten Fällen
Männer, aber auch Frauen. Sexuelle Gewalt gegen Erwachsene
wird in aller Regel von Männern ausgeübt. Sexuelle
Gewalt gegen Kinder ist überwiegend männlich dominiert,
aber keineswegs immer. Das Missbrauchen von Kindern zum Zwecke
der sexuellen Stimulation oder Befriedigung ist so vielseitig
wie die Täter und Täterinnen.
Sie kommen keineswegs immer aus dem "Nichts". Im
Gegenteil:
In den allermeisten Fällen kennen sie ihre Opfer (ob
Kinder oder Erwachsene, Verwandtschaft, Familie, Nachbarschaft,
Schule, Freizeit usw.).
Vereinzelt gibt es Männer und Frauen, die durchaus ein
halbwegs intaktes Empfinden haben, dass ihr Vorhaben nicht
in Ordnung
oder gar strafbar ist.
Sie haben die moralisch-menschliche Pflicht und Verantwortung,
dieses Tun um jeden Preis zu unterbinden. Dies mag mit Hilfe
einer professionellen oder therapeutischen Hilfe geschehen,
in manchen Fällen auch durch eine Selbstanzeige.
Aber auch angezeigte und verurteilte Täter(innen) haben
die Möglichkeit und Chance, einen erneuten Rückfall
zu verhindern. "Tätertherapie" ist möglich,
notwendig, sehr häufig erfolgreich und nach aller Erfahrung
unbedingt erforderlich, um weitere Opfer zu verhindern.
Männer, die sich strafbar gemacht haben, haben die Chance,
zu lernen, wie sie ihre Sexualität anders als mit grenzüberschreitendem,
das Opfer schädigendem und strafbarem Verhalten erleben
können. Sie sollen in die Lage versetzt werden, an jedem
Punkt ihres Vorhabens "auszusteigen" und sich für
eine andere Lösung zu entscheiden. Therapie ist keine
"Gehirnwäsche", sondern ein Lernprozess.
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